Produkte, Service, Projekte

Startups und die Frage nach der Gründung

20. Februar, 2014. Facebook kauft den bekannten Messenger-Anbieter WhatsApp, für 19 Milliarden Dollar auf. Eine Nachricht, die sich wie ein Lauffeuer durch Internet, Nachrichten und verbale Kommunikation verbreitete. Seitdem beschäftigt viele junge Gründer wie noch nie, die Frage nach dem Erfolgskonzept von WhatsApp und nach einer eigenen genialen Idee, um eventuell in die Fußstapfen des erfolgreichen Nachrichten-Dienstes zu treten.

Doch vor der Gründung steht zuerst die Frage nach einer Idee und da fängt bei vielen Vor-Gründern auch schon das Problem an: Was möchte ich anbieten? Ein Produkt oder einen Service? Wo liegt der Unterschied und wo setzte ich bei der Definition klare Grenzen? Eine der möglichen Erklärungen ist, dass ein Produkt ein greifbares Element ist, produziert oder verkauft von einem Unternehmen, während ein Service einen immateriellen Nutzen für den Kunden darstellt. Alle Unternehmen bieten entweder ein Produkt oder eine Dienstleistung an, einige Unternehmen sogar beides. Beispiele für Produkte sind unter anderem Autos, die von einem Autohaus verkauft werden, Mahlzeiten, die von einem Restaurant angeboten werden und Medikamente aus der Apotheke. Beispiele für Dienstleistungen umfassen zum Beispiel eine Fahrzeugkontrolle, die von einem Mechaniker durchgeführt wird, einen Haarschnitt von einem Friseur, Steuerberatung durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder Rasenpflege durch einen Landschaftsgärtner.

Doch dies ist nicht die zentrale Frage, welche sich Entrepreneure am Start ihrer Karriere stellen sollten, denn vor der Fragestellung, ob Produkt oder Service, sollte sich auf die eigenen Stärken und Schwächen konzentriert werden — was kann ich besonders gut? Wo befindet sich eine Nische im Markt? Was wird gebracht? Wie kann ich ein bestimmtes Problem effektiv lösen? Sind diese Fragen geklärt und man hat eine klare Idee, entwickelt man die Vorform eines Produktes oder einer Dienstleistung, nämlich ein Projekt.

Das Gabler Wirtschaftslexikon des Springer Gabler Verlages, definiert den Projektbegriff, als “[E]ine zeitlich befristete, relativ innovative und risikobehaftete Aufgabe von erheblicher Komplexität, die aufgrund ihrer Schwierigkeit und Bedeutung meist ein gesondertes Projektmanagement erfordert.”

Auch hierfür gibt es mehrere Erfolgskonzepte, doch das in der Junggründerszene am weitesten verbreitete, ist das Lean-Startup. Es geht darum, mit möglichst wenig Kapital und reduzierten Prozessen, ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen und nicht lange zu konzipieren, sondern so schnell wie möglich einen einsatzfähigen Prototypen an den Markt zu bringen. Darüber hinaus, soll der Produktzyklus so reduziert wie nur möglich gehalten werden, sodass mithilfe von Kundenfeedback schnell auf Wünsche oder Änderungen reagiert werden kann, ohne das dem Unternehmen große Kosten entstehen.

Hat man schließlich mit der für einen passenden Methode den Schritt von der Idee, zum Projekt, geschafft, kann man sich auch schließlich mit der Frage intensiver auseinandersetzten, ob man ein Produkt oder einen Service gestaltet, denn wenn die Idee keinen fruchtbaren Boden findet, nützen alle Definitionen zu Anfang nichts und das potenzielle Produkt oder der eventuelle Service, verläuft sich mit dem Rest der geschätzten 80 Prozent gescheiterter Startups, im Sande. Wichtig ist, sich in der Entwicklungsphase auf das Wesentliche zu konzentrieren, nämlich die Gründung eines Unternehmens, das, mal ganz abgesehen vom Produkt- oder Servicebegriff, vor allem eins ist: Erfolgsorientiert.

 

© 2021 Sina Winzler

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